Das musst du über das Altersvorsorgedepot wissen
- Das neue Altersvorsorgedepot kommt. Ab 1. Januar 2027 kannst du privat mit Fonds/ETFs Rücklagen fürs Alter aufbauen und dafür staatliche Zulagen erhalten.
- Bis zu 540 Euro gibt es pro Jahr als sogenannte Grundzulage. Eltern erhalten außerdem eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Jahr und Kind. Außerdem profitierst du von steuerlichen Erleichterungen.
- Die private Altersvorsorge wird dir im Alter entweder als lebenslange Rente oder als befristeter Auszahlplan ausgezahlt.
Das Altersvorsorgedepot löst die bisherige Riester-Rente ab. Wenn du wissen möchtest, was das für bestehende Riester-Verträge bedeutet, findest du Antworten beim Bundesfinanzministerium oder bei der Stiftung Warentest .
Der Bundestag hat eine Reform der geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen – mit der Zustimmung im Bundesrat hat das Gesetz am 8. Mai 2026 die letzte Hürde genommen. Heißt: Das Altersvorsorgedepot kommt. Ab 2027 kannst du mit ETFs fürs Alter sparen – und bekommst dafür Zulagen vom Staat. Wie viel es gibt, für wen und wann, erfährst du im Video hier oder alternativ im Text unten.
1) Die Basics
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich zertifiziertes und gefördertes Depot. Es erlaubt dir, mit Fonds oder ETFs privat Rücklagen für das Alter zu bilden, die dir dann als monatliche Rente ausgezahlt werden.
Investitionen in Einzelaktien oder andere Wertpapierarten sind beim Altersvorsorgedepot nicht vorgesehen.
Standarddepot: Vereinfachtes Altersvorsorgedepots
Das Standarddepot ist eine Art Basisversion des Altersvorsorgedepots. Es soll zwei Fonds (oder ETFs) enthalten – einen risikoärmeren und einen renditestärkeren. Es ist geplant, dass vor Renteneintritt zugunsten der Sicherheit umgeschichtet wird. Du kannst die Aufteilung aber individuell anpassen.
Das Standarddepot soll – unter anderem – auch von einem öffentlichen Träger angeboten werden.
Wann wird das neue Altersvorsorgedepot eingeführt?
Das neue Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027.
Wer kann die neue private Altersvorsorge nutzen?
Förderberechtigt sind alle Rentenversicherungspflichtigen – also zum Beispiel Angestellte. Aber auch Selbstständige, die bislang bei Riester nicht berücksichtigt wurden, erhalten die Förderung.
Eine vollständige Liste findest du auf der Seite des Bundesfinanzministeriums .
Wie viel kann ich monatlich in die neue Altersvorsorge einzahlen?
Einzahlungen sind ab 10 Euro pro Monat möglich. Die Obergrenze liegt bei 570 Euro im Monat.
Wer das neue Altersvorsorgedepot anbieten wird
Das Altersvorsorgedepot wird ein eigenständiges Depot sein – und damit losgelöst von deinem sonstigen Depot (falls du eines hast). Viele Broker haben bereits angekündigt, dass sie ein entsprechendes Depot anbieten werden. Sobald es dazu konkrete Infos gibst, erfährst du hier auf finjou.de natürlich mehr.
Falls du in der Zwischenzeit noch nach einem „herkömmlichen“ Depot suchst, schau dich gern im finjou Depotvergleich um.
2) Die Förderung
Wie viel Geld gibt der Staat dazu?
Es gibt mehrere Zulagen, die du erhalten kannst – die Grundzulage (max. 540 Euro im Jahr), die Kinderzulage (max. 300 Euro pro Jahr und Kind) und den Berufseinsteigerbonus (einmalig 200 Euro). Was davon du in welcher Höhe bekommst, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der Höhe deiner Einzahlungen, davon, ob du Kinder hast, und von deinem Alter.
Was ist die Grundzulage?
Die Grundzulage ist der Betrag, mit dem der Staat die Rücklagen aller bezuschusst – also unabhängig von Alter oder Familienstand.
Wie hoch ist die Grundzulage?
Die Grundzulage beträgt mindestens 60 Euro, höchstens 540 Euro. Wie viel du bekommst, hängt davon ab, wie viel du einzahlst:
Für die ersten 360 Euro, die du pro Jahr ins Altersvorsorgedepot steckst, bekommst du 50 Cent pro eingezahltem Euro. Für jeden weiteren Euro bekommst du 25 Cent – maximal werden aber 1.800 Euro im Jahr bezuschusst.
Mit Einzahlungen von 150 Euro im Monat erhältst du den vollen Grundzuschuss in Höhe von 540 Euro jährlich.
Was ist die Kinderzulage?
Die Kinderzulage ist eine zusätzliche Förderung für Eltern. Diese erhält ein Elternteil auf sein Altersvorsorgedepot.
Wie hoch ist die Kinderzulage?
Eltern erhalten bis zu 300 Euro im Jahr für jedes Kind – so lange, wie auch Anspruch auf Kindergeld besteht. Die Höhe des Zuschusses richtet sich auch hier nach den Einzahlungen: Pro eingezahltem Euro gibt es einen Euro obendrauf – bis zur Grenze von 300 Euro.
Grund- und Kinderzulage: Das wird in einem Jahr aus deinen monatlichen Einzahlungen
Die folgende Grafik zeigt dir, mit welchen Beträgen du pro Jahr rechnen kannst.

Was ist der Berufseinsteigerbonus?
Der Berufseinsteigerbonus ist eine Einmalzahlung, die du bekommst, wenn du zu Beginn deines ersten Beitragsjahres noch unter 25 bist.
Wie hoch ist der Berufseinsteigerbonus?
Die Sonderzahlung beträgt einmalig 200 Euro.
Was springt finanziell noch für mich heraus?
Neben den Zulagen kannst du mit dem Altersvorsorgedepot auch von Steuerersparnissen und Gewinnen am Kapitalmarkt profitieren:
Steuerersparnis: Vorsorgeaufwendungen senken dein zu versteuerndes Einkommen. Gibst du deine Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot in der Steuererklärung an, kann das zu einer Erstattung führen – je nach deinen individuellen steuerlichen Voraussetzungen.
Rendite: Dass der Wert deiner Fonds-/ETF-Anteile steigt, ist nicht garantiert. Je früher du aber mit der privaten Altersvorsorge beginnst, desto wahrscheinlicher ist eine nennenswerte Rendite, auch dank des Zinseszinseffektes.
3) Die Kosten
Was kostet das Altersvorsorgedepot?
Die Höhe der Kosten ist nicht grundsätzlich festgelegt, sondern wird vom jeweiligen Anbieter bestimmt. Erfahrungsgemäß sind je nach Broker & ETF Kosten von weniger als 0,5 Prozent des Anlagebetrags pro Jahr möglich.
Ausnahme: Beim Standarddepot ist ein gesetzlicher Kostendeckel vorgesehen: Mehr als 1 Prozent pro Jahr soll dich die Basisversion des Altersvorsorgedepots nicht kosten.
Nichts überstürzen
Viele Broker haben bereits angekündigt, ein Altersvorsorgedepot anbieten zu wollen. Häufig kannst du dich dort auch schon auf Wartelisten eintragen. Solange du aber die Konditionen noch nicht ausreichend kennst oder vergleichen kannst, solltest du dich nicht vorschnell für einen Anbieter entscheiden.
Welche Steuern muss ich zahlen?
Während der Ansparphase zahlst du keine Steuern auf deine Wertsteigerungen oder Erträge – auch eine Vorabpauschale wird nicht fällig. Erst in der Auszahlungsphase zahlst du Einkommensteuer, entsprechend deines individuellen Steuersatzes.
Gut zu wissen: Wegen der Steuererleichterung kann es sich auch lohnen, mehr als die 150 Euro im Monat einzuzahlen, die für die maximale Grundzulage erforderlich ist.
4) Die Auszahlung
Wie komme ich im Alter an mein Geld?
Rücklagen, die du mit dem Altersvorsorgedepot gebildet hast, werden dir im Alter monatlich ausgezahlt. Dabei hast du die Wahl zwischen einer lebenslangen Rente und einem befristeten Auszahlplan. Letzterer muss mindestens bis zum 85. Geburtstag laufen.
Ab wann kann ich mir meine Rente auszahlen lassen?
Deine Rente erhältst du mit Renteneintritt, frühestens aber ab 65.
Woher ich meine Infos habe
Für diesen Beitrag habe ich folgende Quellen herangezogen, die teils auch schon im Text verlinkt sind.
- Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (veröffentlicht am 01.04.2026 | abgerufen am 01.04.2026)
- Bundesregierung: Private Altersvorsorge wird attraktiver (veröffentlicht am 27.03.2026 | abgerufen am 01.04.2026)
- Stiftung Warentest Tschüss, Riester! Was die neue Förderung für Sie bedeutet (veröffentlicht am 31.03.2026 | abgerufen am 01.04.2026)
Franziska Händschel
Hi! Ich bin Franzi. Seit 2013 beschäftige ich mich beruflich mit Finanzthemen. Vor finjou war ich unter anderem Teil und später Leiterin der Finanzredaktion bei Check24, habe „Finanztip Schule“ (die Bildungsinitiative der Finanztip Stiftung) geleitet und für weitere Unternehmen der Branche gearbeitet. Für meinen Geschmack ging es manchen davon zu sehr um ihr Geld und zu wenig um deins. Mit finjou will ich einmal alles so machen, wie ich es für richtig halte. Finanzwissen mit journalistischem Anspruch: das ist finjou.



