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Altersvorsorgedepot: Zahlen und Fakten zur neuen privaten Altersvorsorge

  • Franziska Händschel Franziska Händschel
  • 7 Min. Lesezeit
Kurzgefasst

Das musst du über das Altersvorsorgedepot wissen

  • Das neue Altersvorsorgedepot kommt. Ab 1. Januar 2027 kannst du privat mit Fonds/ETFs Rücklagen fürs Alter aufbauen und dafür staatliche Zulagen erhalten.
  • Bis zu 540 Euro gibt es pro Jahr als sogenannte Grundzulage. Eltern erhalten außerdem eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Jahr und Kind. Außerdem profitierst du von steuerlichen Erleichterungen.
  • Die private Altersvorsorge wird dir im Alter entweder als lebenslange Rente oder als befristeter Auszahlplan ausgezahlt.

Das Altersvorsorgedepot löst die bisherige Riester-Rente ab. Wenn du wissen möchtest, was das für bestehende Riester-Verträge bedeutet, findest du Antworten beim Bundesfinanzministerium oder bei der Stiftung Warentest .

Der Bundestag hat eine Reform der geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen – mit der Zustimmung im Bundesrat hat das Gesetz am 8. Mai 2026 die letzte Hürde genommen. Heißt: Das Altersvorsorgedepot kommt. Ab 2027 kannst du mit ETFs fürs Alter sparen – und bekommst dafür Zulagen vom Staat. Wie viel es gibt, für wen und wann, erfährst du im Video hier oder alternativ im Text unten.

1) Die Basics

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich zertifiziertes und gefördertes Depot. Es erlaubt dir, mit Fonds oder ETFs privat Rücklagen für das Alter zu bilden, die dir dann als monatliche Rente ausgezahlt werden. 

Investitionen in Einzelaktien oder andere Wertpapierarten sind beim Altersvorsorgedepot nicht vorgesehen.

Gut zu wissen

Standarddepot: Vereinfachtes Altersvorsorgedepots

Das Standarddepot ist eine Art Basisversion des Altersvorsorgedepots. Es soll zwei Fonds (oder ETFs) enthalten – einen risikoärmeren und einen renditestärkeren. Es ist geplant, dass vor Renteneintritt zugunsten der Sicherheit umgeschichtet wird. Du kannst die Aufteilung aber individuell anpassen.

Das Standarddepot soll – unter anderem – auch von einem öffentlichen Träger angeboten werden.

Wann wird das neue Altersvorsorgedepot eingeführt?

Das neue Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027.

Wer kann die neue private Altersvorsorge nutzen?

Förderberechtigt sind alle Rentenversicherungspflichtigen – also zum Beispiel Angestellte. Aber auch Selbstständige, die bislang bei Riester nicht berücksichtigt wurden, erhalten die Förderung. 

Eine vollständige Liste findest du auf der Seite des Bundesfinanzministeriums

Wie viel kann ich monatlich in die neue Altersvorsorge einzahlen?

Einzahlungen sind ab 10 Euro pro Monat möglich. Die Obergrenze liegt bei 570 Euro im Monat. 

Gut zu wissen

Wer das neue Altersvorsorgedepot anbieten wird

Das Altersvorsorgedepot wird ein eigenständiges Depot sein – und damit losgelöst von deinem sonstigen Depot (falls du eines hast). Viele Broker haben bereits angekündigt, dass sie ein entsprechendes Depot anbieten werden. Sobald es dazu konkrete Infos gibst, erfährst du hier auf finjou.de natürlich mehr.

2) Die Förderung

Wie viel Geld gibt der Staat dazu?

Es gibt mehrere Zulagen, die du erhalten kannst – die Grundzulage (max. 540 Euro im Jahr), die Kinderzulage (max. 300 Euro pro Jahr und Kind) und den Berufseinsteigerbonus (einmalig 200 Euro). Was davon du in welcher Höhe bekommst, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der Höhe deiner Einzahlungen, davon, ob du Kinder hast, und von deinem Alter. 

Was ist die Grundzulage?

Die Grundzulage ist der Betrag, mit dem der Staat die Rücklagen aller bezuschusst – also unabhängig von Alter oder Familienstand. 

Wie hoch ist die Grundzulage?

Die Grundzulage beträgt mindestens 60 Euro, höchstens 540 Euro. Wie viel du bekommst, hängt davon ab, wie viel du einzahlst:

Für die ersten 360 Euro, die du pro Jahr ins Altersvorsorgedepot steckst, bekommst du 50 Cent pro eingezahltem Euro. Für jeden weiteren Euro bekommst du 25 Cent – maximal werden aber 1.800 Euro im Jahr bezuschusst. 

Mit Einzahlungen von 150 Euro im Monat erhältst du den vollen Grundzuschuss in Höhe von 540 Euro jährlich.

Was ist die Kinderzulage?

Die Kinderzulage ist eine zusätzliche Förderung für Eltern. Diese erhält ein Elternteil auf sein Altersvorsorgedepot.

Wie hoch ist die Kinderzulage?

Eltern erhalten bis zu 300 Euro im Jahr für jedes Kind – so lange, wie auch Anspruch auf Kindergeld besteht. Die Höhe des Zuschusses richtet sich auch hier nach den Einzahlungen: Pro eingezahltem Euro gibt es einen Euro obendrauf – bis zur Grenze von 300 Euro.

Nachgerechnet

Grund- und Kinderzulage: Das wird in einem Jahr aus deinen monatlichen Einzahlungen

Die folgende Grafik zeigt dir, mit welchen Beträgen du pro Jahr rechnen kannst.

Diagramm, das zeigt, welche Beträge sich je nach Einzahlungen pro Jahr ansammeln: Bei der Mindesteinzahlung von 10 Euro pro Monat kommen 120 Euro an eigenen Einzahlungen, 60 Euro Grundzulage und 120 Euro pro Kind zusammen. Mit einem Kind ergeben sich damit Rücklagen von 300 Euro innerhalb eines Jahres. Bei einer Rate von 25 Euro wird bereits die maximale Kinderzulage gewährt. Hier kommen 750 Euro zusammen (300 Euro eigene Einzahlungen, 150 Euro Grundzulage, 300 Euro Kinderzulage). Bei 150 Euro monatlicher Einzahlung ergibt sich die maximale Bezuschussung. Hier kommen 1.800 Euro Einzahlungen, 540 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage zusammen. Das macht in Summe 2.640 Euro innerhalb eines Jahres. Bei einer maximal möglichen Einzahlung von 570 Euro betragen die Rücklagen eines Jahres 7.680 Euro (6.840 Euro eigene Rücklagen, 540 Grundzulage, 300 Euro Kinderzulage).

Was ist der Berufseinsteigerbonus?

Der Berufseinsteigerbonus ist eine Einmalzahlung, die du bekommst, wenn du zu Beginn deines ersten Beitragsjahres noch unter 25 bist.

Wie hoch ist der Berufseinsteigerbonus?

Die Sonderzahlung beträgt einmalig 200 Euro.

Was springt finanziell noch für mich heraus?

Neben den Zulagen kannst du mit dem Altersvorsorgedepot auch von Steuerersparnissen und Gewinnen am Kapitalmarkt profitieren: 

Steuerersparnis: Vorsorgeaufwendungen senken dein zu versteuerndes Einkommen. Gibst du deine Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot in der Steuererklärung an, kann das zu einer Erstattung führen – je nach deinen individuellen steuerlichen Voraussetzungen.

Rendite: Dass der Wert deiner Fonds-/ETF-Anteile steigt, ist nicht garantiert. Je früher du aber mit der privaten Altersvorsorge beginnst, desto wahrscheinlicher ist eine nennenswerte Rendite, auch dank des Zinseszinseffektes.

3) Die Kosten

Was kostet das Altersvorsorgedepot?

Die Höhe der Kosten ist nicht grundsätzlich festgelegt, sondern wird vom jeweiligen Anbieter bestimmt. Erfahrungsgemäß sind je nach Broker & ETF Kosten von weniger als 0,5 Prozent des Anlagebetrags pro Jahr möglich. 

Ausnahme: Beim Standarddepot ist ein gesetzlicher Kostendeckel vorgesehen: Mehr als 1 Prozent pro Jahr soll dich die Basisversion des Altersvorsorgedepots nicht kosten.

Gut zu wissen

Nichts überstürzen

Viele Broker haben bereits angekündigt, ein Altersvorsorgedepot anbieten zu wollen. Häufig kannst du dich dort auch schon auf Wartelisten eintragen. Solange du aber die Konditionen noch nicht ausreichend kennst oder vergleichen kannst, solltest du dich nicht vorschnell für einen Anbieter entscheiden.

Welche Steuern muss ich zahlen?

Während der Ansparphase zahlst du keine Steuern auf deine Wertsteigerungen oder Erträge – auch eine Vorabpauschale wird nicht fällig. Erst in der Auszahlungsphase zahlst du Einkommensteuer, entsprechend deines individuellen Steuersatzes. 

Gut zu wissen: Wegen der Steuererleichterung kann es sich auch lohnen, mehr als die 150 Euro im Monat einzuzahlen, die für die maximale Grundzulage erforderlich ist. 

4) Die Auszahlung

Wie komme ich im Alter an mein Geld?

Rücklagen, die du mit dem Altersvorsorgedepot gebildet hast, werden dir im Alter monatlich ausgezahlt. Dabei hast du die Wahl zwischen einer lebenslangen Rente und einem befristeten Auszahlplan. Letzterer muss mindestens bis zum 85. Geburtstag laufen.

Ab wann kann ich mir meine Rente auszahlen lassen?

Deine Rente erhältst du mit Renteneintritt, frühestens aber ab 65.

Woher ich meine Infos habe

Für diesen Beitrag habe ich folgende Quellen herangezogen, die teils auch schon im Text verlinkt sind.

Wer schreibt hier?
Über finjou.
Franzi, die Betreiberin von finjou.de, als Avatar auf einem Polaroid-Foto

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