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Altersvorsorgedepot: Flatex veröffentlicht erste Konditionen seines AV-Depots

  • Franziska Händschel Franziska Händschel
  • 5 Min. Lesezeit

Der Online-Broker Flatex nennt erste Details zur Ausgestaltung des Altersvorsorgedepots. Drei Modelle soll es demnach geben – darunter eines, das bisherige Preisversprechen noch einmal unterbietet.

Alle im Beitrag genannten Gebühren verstehen sich zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

Nach und nach kommen sie herein, die Kostenversprechen der Broker zum Altersvorsorgedepot (AV-Depot). Dieses Mal: Flatex. Der Online-Broker plant gleich drei statt der im Gesetz vorgesehenen zwei Modelle des neuen staatlich geförderten Depots – das Standarddepot soll es demnach in zweierlei Ausführung geben. 

Standdardepot: Einmal einfach, einmal breit gestreut

Mit dem Standarddepot Core spricht Flatex Anleger an, die es einfach mögen. Das Portfolio soll aus einem Aktien- und einem Anleihe-Baustein bestehen. So wie vom Gesetzgeber konzipiert soll vor Renteneintritt automatisch zugunsten des defensiveren Anleihe-Bausteins umgeschichtet werden. Die Gewichtung lässt sich aber während der Ansparphase jederzeit anpassen. 

Für dieses Modell hat Flatex auch schon die geplanten Preise bekannt gegeben: Depotführung, Orders und Sparplanausführungen sollen demnach seitens Flatex gebührenfrei sein. Die laufenden Kosten (Total Expense Ratio, TER) will der Online-Broker in den ersten fünf Jahren übernehmen und danach auf 0,07 Prozent jährlich begrenzen (die Website spricht hier etwas widersprüchlich von Kosten “ab dem fünften Jahr”).

Daneben plant Flatex auch ein Standarddepot Plus, das aus einem breiter gestreuten Aktien-Baustein und auf der defensiven Seite aus Euro-Anleihen plus einem Goldanteil bestehen soll. Auch hier gilt: Umschichtung vor Rentenbeginn, Gewichtung jederzeit anpassbar. 

Wie viel diese zweite Variante des Standarddepots kosten soll, ist noch offen. Flatex verspricht auf seiner Website, die Kosten rechtzeitig vor Start bekannt zu geben.

Im Überblick: Die geplanten Kosten bei den Standarddepots von Flatex

Standarddepot CoreStandarddepot Plus
Depotführung0,00 €noch unbekannt
Sparplanausführung0,00 €noch unbekannt
Einzelkäufe/-verkäufe0,00 €noch unbekannt
TER (laufende ETF-/Fonds-Kosten)0,00 % p. a. in den ersten fünf Jahren, danach 0,07 % p. a.noch unbekannt

Quelle: Flatex Website, alle Kosten zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen

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Flexibles Altersvorsorgedepot: Bis zu 25 Positionen kombinierbar

Das flexible Altersvorsorgedepot für Selbstentscheider will der Broker mit dem Altersvorsorgedepot Flex umsetzen. Hier sollen Anleger aus einem “großen Universum geeigneter ETFs und Fonds” wählen, bis zu 25 davon miteinander kombinieren und jederzeit neu gewichten können.

Die laufenden Kosten werden sich hier nach den gewählten Produkten richten. Welche Gebühren Flatex seinerseits für Depotführung, Orders und Sparpläne erheben will, bleibt bislang noch offen. Auch hier verspricht der Broker Infos rechtzeitig vor Start.

Einschätzung: Deutlich günstiger als vom Gesetzgeber geplant, aber …

Mit 0,07 Prozent pro Jahr fallen die von Flatex geplanten Kosten im Standarddepot deutlich günstiger aus, als es das Reformgesetz zur Altersvorsorge vorsieht: Der Gesetzgeber hat hier einen Kostendeckel von 1,00 Prozent effektiv pro Jahr verankert. 

Nicht nur diese Obergrenze, sondern auch die bisherigen Kostenversprechen der Konkurrenz würde Flatex mit seinem Gebührenmodell unterbieten:

  • Scalable etwa hatte Ende August angekündigt, bei seinem Standarddepot im ersten Jahr die laufenden Kosten zu tragen und danach auf 0,15 Prozent jährlich zu begrenzen. Weitere Kosten sollen keine anfallen.
  • Smartbroker+ war Anfang September mit drei verschiedenen Standarddepots, dem Versprechen der Kostenübernahme in den ersten drei Jahren und einer TER von “überwiegend unter 0,15 Prozent pro Jahr” ins Rennen gegangen. Auch hier kommen keine brokerseitigen Kosten hinzu.
  • Aufsehen hatte die Deka Gruppe erregt, die das Standdarddepot für die Sparkassen mit Kosten von nur 0,10 Prozent pro Jahr umsetzen will.

Durchaus nachvollziehbar also, dass Medien bereits von einer Preisschlacht ums Altersvorsorgedepot sprechen.

Noch sind aber viele Fragen offen – zum Beispiel wie viel die anderen AV-Depotmodelle kosten werden, wie sich die Auszahlung später gestaltet und ob es das herkömmliche Flatex-Depot brauchen wird, um das AV-Depot zu eröffnen. Daher gilt, wie generell beim AV-Depot: nichts überstürzen. Du musst dich noch nicht für ein AV-Depot entscheiden. Abschließen und nutzen kannst du es ohnehin nicht vor Januar 2027. Und selbst wenn du dein Depot erst später eröffnest, verlierst du deshalb keine Förderung. Du hast also ausreichend Zeit, um die Konditionen anderer Anbieter abzuwarten, zu vergleichen und das für dich passendste Altersvorsorgedepot zu finden.

Lesetipps

Woher ich meine Infos habe

Alle Beiträge auf finjou.de basieren auf einer ausführlichen Recherche der Depotkonditionen verschiedener Anbieter. Dafür sichte ich regelmäßig deren Websites und Unterlagen, schließe bei Bedarf auch Depots ab, richte Sparpläne ein und gebe Orders auf. Auch die Erfahrungen mit meinen eigenen Depots fließen bei der Erstellung meiner Beiträge mit ein. 

Dieser Beitrag hier basiert primär auf folgender Quelle.



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